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Tennishalle:.........die unendliche Geschichte
"Gefühlter Ausweg": So unwahrscheinlich wie nie zuvor. Die Tennishalle ist und bleibt das Sorgenkind des Vereins. Sie ist schlecht isoliert. Die dadurch verursachten enormen Heizkosten sind für den Verein kaum noch zu finanzieren. Sie können schon gar nicht durch die an Mitgliederschwund leidende Tennisabteilung aufgefangen werden. Vielmehr hat sich die Ten- nisabteilung von der Halle “losgesagt”, weil die Sportstätte auch den Bedingungen des weißen Sports nicht mehr genügt. So versuchte der Verein die Halle anderweitig zu nutzen. Andere Abteilungen des Vereins (Badminton, Jugendfußball, Tischtennis etc) treiben aus Ermangelung an Hallenzeiten dort notdürftig ihren Sport. Die alte Turnhalle platzt, wie wir ja wissen, seit Jahren aus allen Nähten. Eine Notlösung also! Eine größere, den Anforderungen des Vereins gewachsene neue Halle bleibt wohl auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ein Wunschtraum. Die angespannte Haushaltslage der Gemeinde wird das nicht zulassen. Den Neubau hatte man bereits vor etlichen Jahren verschlafen. Nun suchte der Verein einen Ausweg aus dem Dilemma. Die Tennishalle wurde als Mehrzweckhalle geplant. Ein Teil der Halle sollte danach für Verwaltungs- und Schulungsräume genutzt werden. Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, das war die Zielsetzung. Räume für unsere Geschäftsstelle sowie Räume für die Volkshochschule und betreute Grundschule, die auch Raumprobleme haben, sollten entstehen. Auf dem übrigen “Gelände” waren Übungsstätten für die Sportler vorgesehen. Der Verein hatte sich bereit erklärt, den Umbau, so weit wie irgend möglich und zulässig in Eigenhilfe zu bewerkstelligen. Geschätzte Umbaukosten incl. Architektenhonorar ca. 150.000,--Euro. Die Gemeinde wurde gebeten, den Löwenanteil der Kosten zu übernehmen. Daraufhin begann ein Possenspiel in der Gemeinde.
“Ja, aber”, hieß es. Nahezu alle Gemeindevertreter standen den Planungen aufgeschlossen gegenüber. Der Verein sollte sich aber bitteschön den vorgelegten Grobplan zunächst durch einen Architektenentwurf “versüßen” lassen. Dieses “Spiel” konnte der Verein, soviel war klar, niemals gewinnen. Ein Architektenentwurf würde nahezu 15.000,--Euro verschlingen. Diese Kosten hätte im Notfall, die voraussichtliche Ablehnung des Projektes durch die Gemeinde vorausgesetzt, dann wohl der Verein zu tragen. Ein Unterfangen, das für den Verein unzumutbar und nicht finanzierbar war.
So schielen die Verantwortlichen des Vereins auf die Aussagen u.a. der Dassendorfer CDU im Vorfeld der Kommunalwahlen im März: ”Wir sind für das Projekt Tennishalle und gegen die 100%-Lösung des Feuerwehr-Gerätehauses”.
Würde das etwa heißen, es bleibt dann tatsächlich Geld übrig für einen Umbau der Halle? Man mag es kaum glauben. Oder haben wir es lediglich mit taktischen Spielchen und Buhlen um die Wählergunst zu tun? Wir sind gespannt!
Der Verein sollte sich indes nichts vormachen. Er ist wohl gut beraten es mit Wilhelm Busch zu halten: ”Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Sachen, welche wir nicht kriegen”.
Was bleibt unter dem Strich? Eine weitaus bessere Lobby in der Gemeinde scheinen da die Verfechter einer Schulerweiterung zu haben. Großzügig werden zwei neue Klassenräume und ein Mehrzweckraum gebaut und das relativ kurzfristig. Das tut weh. Dabei hätte es ja die preiswertere Container-Lösung gegeben,denn der Bedarf an zusätzlichem Schulraum ist in 2-3 Jahren wegen geburtenschwacher Jahrgänge nicht mehr vorhanden. Das wissen die Gemeindevertreteter! Seit ewigen Zeiten gibt es dafür mehr Gründe, den Sportverein entsprechend zu fördern, auch wenn gesetzliche Zwänge fehlen. Schon die alten Römer wussten, dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist steckt, der die schulischen Leistungen in der Regel beflügelt.
Gerade jüngst wird in verschiedenen Medien darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder und Jugendliche an Bewegungsmangel leiden. Das Schulfach Sport zähle zudem, so die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, seit langem zu den Mangelfächern, für die der Nachwuchs an Personal nicht ausreiche. “Kinder haben Lust auf Bewegung, müssen toben dürfen. Jedes zweite Kind hat Schwierigkeiten, bei speziellen Anforderungen seine Gliedmaßen richtig zu koordinieren. Computer, TV, Handy, Auto, Bus: Es sind Errungenschaften des Fortschritts, die Kinder lahm machen. Viele Kinder würden sich entfalten, wenn sie nur wüssten, wie. Wenn schon die Eltern überfordert sind, reichen zwei oder drei Wochenstunden Schulsport nie und nimmer”.
Ziel auch der Dassendorfer Gemeindepolitik muss es u. E. deshalb sein, neben dem nur dürftigen Schulsport auch in unserem Ort (2-3 Wochenstunden!?), über die TuS wieder mehr Bewegung in den Alltag einzubinden !
Der Verein würde sich ja der Aufgabe stellen, aber der Dauerbrenner Halle hindert uns. Wo sollen sich die Dassendorfer Jugendlichen und Kinder denn im Winter und abends im TuS körperlich ertüchtigen? Die alte Halle ist ja viel zu klein und überlastet. Für einen klassischen Mannschaftssport und parallelen Sportbetrieb ist die Halle darüber hinaus mit wenigen Ausnahmen nicht geeignet. Eine optimierte Tennishalle könnte da ein erster Schritt sein. Das Problem der Tennishalle ist auch das Problem der Hallensituation in Dassendorf allgemein. Es zeigt uns deutlich, dass sich unsere Gemeinde bei Investitionen nicht gerade mit “sportlichem Ruhm” und Weitsicht bekleckert. Bei fast allen Bauvorhaben für den Verein (Tennisplätze, Tennishalle, Tennis-Clubheim, Vereinsheim, fester Kioskbau auf dem neuen Sportplatz) hat die Gemeinde jeweils lediglich Kleinstbeiträge geleistet! Meist waren Bund, Land, Kreis, Sponsoren und der Verein selbst die entscheidenden Geldgeber! So hatte sich die Gemeinde beim Bau der alten Sportanlage nebst Halle mit gerade einmal 1/6 der Kosten beteiligt. Diese Gelder wurden nicht etwa für die TuS aufgebracht, sondern in erster Linie für die Schule. Die Schule war nämlich Bauträger! Nur beim Bau des neuen Sportplatzes hatte die Gemeinde nach Aussage des ehemaligen TuS-Vorsitzenden H.G. Molitor mit einem spürbaren Beitrag geholfen.
Die unendliche Geschichte des Hallenproblems wird uns auch in der Zukunft weiter beschäftigen. “Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.”(H.Hesse). Resonanz
auf mögliche Vereinsfusionen in unserer Region Die
Vereinslandschaft befindet sich im Umbruch. Wer die galoppierenden Kosten
für Sportanlagen und Personal nicht in den Griff bekommt, Synergieeffekte
nicht nutzt und das Sportangebot nicht dem gewachsenen Anspruchsdenken der
Bürger anpasst (Fitnessstudio, Wellness etc.), läuft Gefahr als Verein
nicht zu überleben. Das ist die allgemein vorherrschende Meinung in der
Sportpresse. Ihr
erinnert euch vielleicht an unseren letzten Beitrag in der Tussi, der sich
mit der Bündelung der Kräfte auf Vereins- und Spartenebene befasste. Von
Fusionen oder Globalisierung war da die Rede. Beispielhaft wurde eine
Fusion mit dem SV Börnsen und TuS Aumühle-Wohltorf ins Spiel gebracht. Wir haben
altgediente TuS-Mitglieder befragt, aber auch die Vorsitzenden der für
eine Fusion “ausgeguckten” Vereine um ihre Meinung gebeten. Fazit:
Eine Fusion im Sinne einer totalen Verschmelzung mit anderen Vereinen stößt
sowohl in Dassendorf als auch in Aumühle und Börnsen zur Zeit auf
Bedenken. Zu einer Kooperation auf Spartenebene hingegen sieht man
in den
3 Vereinen Realisierungschancen und ist offen für
Verhandlungen. Als Gründe
gegen eine Fusion werden immer wieder die Identifikation und Verbundenheit
mit dem örtlichen Verein genannt, die bei einer Fusion verloren gehen und
die daraus resultierenden vielschichtigen Nachteile. Hier die Meinungen: “Die
Nachteile, wenn es zu einem Zusammenschluss kommen sollte, können durch
die finanziellen Vorteile meines Erachtens nicht aufgefangen werden. Die
Bedeutung, die der Sportverein in jeder Sparte für den jeweiligen Ort
hat, geht verloren. Wenn wir als Beispiel die Orte Dassendorf, Aumühle
und Börnsen heranziehen, würde folgendes geschehen: Da Dassendorf keine
entsprechende Halle hat, werden Volleyball, Tischtennis, Turnen und alle
Hallensportarten nicht mehr am Ort stattfinden. (hierzu die Redaktion:
Tischtennis wird erfolgreich in der Tennishalle gespielt, Turnen incl.
Gymnastik könnten nach wie vor in der alten Turnhalle durchgeführt
werden. Volleyball wurde in der Vergangenheit bereits überwiegend in
Schwarzenbek gespielt). Training
und Spiele finden immer auswärts statt. Da Aumühle und auch Börnsen die
besseren Voraussetzungen für Tennis haben, wird auch diese Sportart nicht
mehr in Dassendorf durchgeführt. Wenn ich es
richtig einschätze, bliebe für uns der Fußball, was mich persönlich
freuen würde, aber nur eine Minderheit erreicht, was Zuschauer angeht.
Eine neue Generation denkt darüber sicher wirtschaftlicher und nicht mehr
so traditionsbewusst. Auch die finanziellen Aspekte werden eine immer größere
Rolle spielen, so dass eine Globalisierung in ferner Zukunft wohl nicht
ausbleibt”. Hauke
Weber, langjähriger Leiter der
Volleyballabteilung, ist nach der Aufhebung der Spielgemeinschaft mit dem
TSV Schwarzenbek und den Erfahrungen, die er mit der Kooperation gemacht
hat, besonders für eine
Stellungnahme geeignet. Er meint hierzu: Die
Probleme, den Sportbetrieb der einzelnen Abteilungen der verschiedenen
Vereine zusammenzufassen, sind allein aufgrund der räumlichen
Gegebenheiten kaum zu lösen. Aus meinen Erfahrungen nach über 10 Jahren
Spielgemeinschaft Volleyball Schwarzenbek/Dassendorf lässt sich
feststellen, dass es im Jugendbereich kaum zu “vereinsgemischten”
Mannschaften kommt. Viele Eltern sind nicht bereit, ihre Kinder
regelmäßig u.U. 10km zum Training zu fahren. Ausnahmen
finden sich zwar
immer, sind aber häufig auf leistungsorientierte Jugendliche beschränkt. Im
Erwachsenenbereich spielen die Verkehrsprobleme natürlich keine Rolle.
Aber auch hier sollte man den Wunsch nach örtlicher Verbundenheit und
auch Traditionsbewusstsein zumindest im Breitensport, und der wird weit überwiegend
betrieben, nicht unterschätzen. Vielleicht
gibt es ja Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf etwas “abgesenkter”
Ebene. Wie wäre es, wenn die Mitglieder der drei genannten Vereine oder
auch anderer, bei Bedarf ihren Sport an dem Ort ausüben, wo er ihren Bedürfnissen
am besten entspricht, und zwar ohne Wechsel der Vereinsmitgliedschaft. Der
finanzielle Ausgleich müsste dann auf einer anderen Ebene gefunden
werden. Dies würde sicher Verwaltungsaufwand bedeuten. Und hier könnte
es vielleicht einen weiteren Lösungsansatz zur Kostendämpfung, aber auch
zu einem besseren Funktionieren geben. Ist es ausgeschlossen, dass sich
die Vereine eine gemeinsame Geschäftsstelle leisten mit einer
hauptamtlichen Kraft? Diese würde uns nicht nur den “Bürokram”
erledigen. Sie könnte auch die Koordination der sportlichen Aktivitäten
in den beteiligten Vereinen übernehmen. Bei aller
Problematik der von der Tussi-Redaktion aufgeworfenen Frage sollte man
sicher einmal das Gespräch mit anderen Vereinen, auch Kröppelshagen und
Escheburg, suchen. Vielleicht ergeben sich aus diesen
Gedankenspielen auch kleine Lösungsansätze. Wolfgang
Reinert, 1. Vorsitzender von TuS
Aumühle-Wohltorf, argumentiert ähnlich wie die Dassendorfer: Burkhard
Gunkel, 2. Vorsitzender vom SV Börnsen
gibt sich betont vorsichtig: “Eine
Vereinsfusion ist für uns ein heißes Eisen. Da tun wir uns
sehr schwer. Dagegen
ist ein Zusammengehen auf Spartenebene eher denkbar. Es sollten aber
unverbindliche Gespräche zwischen den Verantwortlichen geführt werden,
um die Absichten und Möglichkeiten im Vorfeld auszuloten”. Unsere
beiden Vorsitzenden, Utz
Seifert und Carola Wegner, setzen sich sehr ausführlich mit
dem Thema auseinander. Sie kommen letztlich zu dem Schluss, dass eine
Fusion zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll erscheint. Hier ihre
Ausführungen: “Fusionen
erfolgen, wie wir in den letzten Jahren beobachten können, vor allem in
der Wirtschaft weltweit. Auch, wenn immer wieder beteuert wird wie
vorteilhaft sie seien, so stellen wir immer häufiger fest, welche
Nachteile mit derartigen Zusammenschlüssen verbunden sind. Auch
Fusionen von Sportvereinen sind nicht problemlos. Nicht jeder
Zusammenschluss gelingt und ob die Großvereine heute wirklich so
anstrebenswert sind, weiß keiner zu beantworten. Vor einem solchen
Zusammenschluss sollte man generell klären, welche Zielsetzungen damit
verfolgt werden. Zielsetzungen könnten sein: 1. Breiteres
Sportangebot 2. Leistungsorientierte
Ausbildung der Sportler/-innen 3. Einsparungen
im Verwaltungsbereich 4. Erhöhung
der Spenden- und Sponsoreneinnahmen bzw. der Werbegelder 5. Einsparungen
bei der Erstellung und Unterhaltung von Sportstätten für Gemeinden,
Kreis und Vereine durch bessere Auslastung bzw. geringere Anzahl von
Sportstätten 6. Konkurrenzfähigkeit
gegenüber professionellen Anbietern Zum Schluss
möchten wir versuchen, Vor- und Nachteile einer Fusion gegeneinander
abzuwägen:
Vorteile: Nachteile:
Fazit:
Aus unserer Sicht ist eine Fusion
dieser 3 Vereine (die Red.: Und andere ? - siehe Hinweis Hauke Weber)
wenig sinnvoll. Eine Zusammenarbeit auf Abteilungsebene haben wir schon
mehrfach praktiziert, im Jugendfußball erfolglos, im Volleyball über
viele Jahre erfolgreich. Sie kann Sinn machen. Vor einer solchen Fusion
auf Abteilungsebene sollte man aber auch die sich ergebenden Vor- und
Nachteile einer solchen Verbindung bedenken”.
Der Tussi fasst zusammen: Das Thema “Globalisierung auf Vereinsebene” ist ein schwieriges Thema. In der heutigen globalisierten Wirtschaft und ihrer Unternehmenslandschaft ist knallhartes Kostendenken das Maß aller Dinge. Dieses Spiel, so sinngemäß die Meinung unserer Befragten, sollten wir auf Vereinsebene nicht bedingungslos mitmachen. Vereinsfusion also nein, Abteilungsfusionen mit Augenmaß ja. Werte, wie Vereinsverbundenheit, Traditionsdenken, Privatinitiative und das damit verbundene Verantwortungsbewusstsein dem Verein gegenüber, sollten erhalten bleiben, ohne gänzlich die Kostenseite zu vernachlässigen. Damit werden wir aber wohl kaum unsere Probleme in den Griff bekommen, wie: - fehlender dritter Sportplatz für die Fußballer - fehlende
geeignete Halle für Tennis, Volley ball und nach letztem Stand auch
Tischtennis - Anpassung
an neue Trends (Fitnessstudio, Wellness
etc.) - hoher
Verwaltungsaufwand. Von einer
neuen Halle, die die Situation entspannen könnte, werden
wir aus
finanziellen Gründen
wahrscheinlich noch Jahrzehnte
träumen können.
Ein dritter Sportplatz
scheint nach dem letzten Stand der Dinge an den ablehnenden Haltungen der
Sportplatz-Nachbarn zu scheitern. Allein der Verein wird zukünftig
an seiner Mitgliederzahl, dem
Börsenkurs des Clubs, ablesen können, ob er auf Dauer richtig liegt.
Gegenwärtig gibt der Kurs leider wenig Anlass zur Freude. Was also tun? Könnten
uns die Vorschläge etwa einer “abgesenkten Zusammenarbeit” mit
anderen Vereinen (Hinweis Hauke Weber) einer Lösung näher bringen? |
| Verantwortlich U. G. |